Vor ziemlich genau sieben Jahren habe ich Break the Box gegründet. Hätte mich damals jemand gefragt, ob ich einmal in einem Verwaltungsrat einsitzen würde, so hätte ich mit absoluter Bestimmtheit gesagt: «Wohl kaum. Was soll ich da?». Und nun, sieben Jahre später, ist es so weit: Ich wurde Anfang Mai 2023 in den Verwaltungsrat der Nexplore AG gewählt. Da ist es also, mein erstes VR-Mandat. Wie ist es dazu gekommen?
Visionärin oder Opportunistin?
Schon von klein auf musste ich immer viel arbeiten für meinen Erfolg, er ist mir nicht einfach in den Schoss gefallen. Ich war nie das Kind, das wusste, was es einmal werden möchte, geschweige denn grosse Visionen wie Astronautin, Ärztin oder Anwältin als Traum hatte. Das Einzige, was ich immer wusste, war: Ich will mehr. Was «mehr» war, wusste ich eigentlich nie. Und das ist wohl bis heute so geblieben.
Dieses «ich will mehr» hat mich dahin gebracht, wo ich heute bin. Und da bin ich ganz stolz darauf. Mit meinem Co-Founder bei Break the Box hatte ich einmal die Diskussion über Vision vs. Opportunismus, was im Ergebnis endete: Er ist der Visionär. Ich wohl eher die Opportunistin? Er wusste früh, was er wollte, weiss es immer noch, greift nach den Sternen. Und ich? Ich gehe mit offenen Augen durchs Leben und packe Opportunitäten, die sich ergeben, im Glauben daran, dass sie einem immer einen Schritt weiter bringen. Ist das verwerflich? Bin ich einfach zu faul, mir zu viele Gedanken über die Zukunft zu machen? Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Ich glaube nicht daran, die Zukunft vorhersagen zu können. Ich glaube aber daran, dass wir alle etwas dazu beitragen können, die Zukunft verändern, wenn wir Gelegenheiten beim Schopf packen.
Entscheidungen, Entscheidungen...
Laut Psychologen treffen wir täglich bewusst oder unterbewusst rund 20’000 Entscheidungen. Zugegebenermassen konnte ich nicht bei jeder meiner bisherigen wesentlichen Entscheidung alle Konsequenzen abschätzen. Glücklicherweise war das Resultat jedoch meist besser, als ich es antizipiert hatte. Nachfolgend möchte ich auf ein paar Entscheidungen eingehen, die mich zu meinem VR-Mandat geführt haben.
- Informatik vs. Schule für GestaltungBis kurz vor meiner Matura hatte ich keine konkrete Vorstellung davon, was ich beruflich einmal machen möchte. Gestalten und Zeichnen haben mich immer fasziniert, aber ob meine Fähigkeiten für eine berufliche Laufbahn ausreichen würden, war fraglich. Über Informatik wusste ich wenig, sah aber eine Zukunft mit viel Potenzial und vor allem vielen Optionen. Also habe ich mich für Informatik entschieden. Und habe insgeheim mit einer Karriere als Pixar-Mitarbeiterin für Animationsfilme gehofft 😊. Soviel zum Thema träumen.Heute arbeite ich nicht für Pixar, Computergrafik ist eher fern von meiner täglichen Arbeit und das Informatikstudium war eine Denkschule, die ich nicht missen möchte.
- NetzwerkenNetzwerken war nie eine grosse Passion von mir und ich habe es früher sogar gemieden. Doch mit meiner Selbständigkeit war dies keine Option mehr. Glaubt mir, wenn ich euch sage, ich kenne alle Ausreden, um von Netzwerk Events fernzubleiben, ich habe sogar einmal ein Referat darüber gehalten. «Spring ins kalte Wasser, dann lernst du am schnellsten Schwimmen» habe ich mir gesagt, und kurzerhand ein eigenes Netzwerk gegründet – heute Be Like Grace. Dort setze ich mich mit meinen Co-Founderinnen ein für Diversität in unserer Branche ein.
- WeiterbildungAus- und Weiterbildung ist nicht nur in der IT ein ständiger Begleiter. Was früher eine anstrengende Qual war, ist heute für mich eine Abwechslung zum Alltag, Inspiration für Neues und spannende Kontakte. Und so kam es, dass ich Weiterbildungen nicht mehr nur als Studentin bestreite, sondern unterdessen auch als Dozentin an der Berner Fachhochschule BFH und am feusi Bildungszentrum.
- Mein Umgang mit Frauenquoten
- Meine Werte: Walk the Talk. Authistisch bleiben, Transparente und direkte Kommunikation, Offen sein für Neues
Passion led us here: Mein erstes VR-Mandat
Obwohl ich vielseitig unterwegs bin, haben doch alle meine Engagements eine Gemeinsamkeit: Sie stillen meine Neugier und sind eine Passion. Mein bisheriger Lebensweg hat meine Werte gefestigt, sie sind mein Kompass im Leben:
- Neugierig bleiben: Ich interessiere mich für meine Umwelt und mein Umfeld und bleibe dabei bescheiden. Bei jeder neuen Aufgabe bin ich mir bewusst, dass ich zu ihrer Erfüllung auf die Kooperation anderer angewiesen bin.
- Authentisch sein: Ich schätze Offenheit auch in der Kommunikation. Ich kommuniziere transparent und sachlich. Es darf auch hart an der Sache sein, jedoch nie persönlich werden.
- Zusammenarbeit fördern: «zäme fägts, zäme geits besser». Obwohl Break the Box eine Ein-Personen-Firma ist, bin ich doch nie alleine. Und diese Kooperationen zeigen mir täglich, was für einen Mehrwert Interdisziplinarität und Diversität bringen. Ich möchte es nicht mehr missen!
Diese Werte, gepaart mit meinem Netzwerk und meiner Erfahrung haben mich auf den Radar vom VR von Nexplore gebracht. Eine weitere Opportunität im Leben, die beide Seiten weiterbringt.
Und wie geht's weiter?
Da bin ich nun also, und sitze erstmals in einem Verwaltungsrat. Wie geht’s weiter, möchtet ihr wissen? Nun, darauf bin ich auch sehr gespannt. Vorerst erwarte ich gespannt die erste VR-Sitzung und was sich daraus ergeben wird.
Grundsätzlich kann ich aber mit Bestimmtheit sagen: Das Leben ist voller Opportunitäten, und Chancen muss man packen, wenn sie sich präsentieren. So bin ich sicher, auch in Zukunft noch die eine oder andere anzutreffen. Bis dahin freue ich mich auf mein grosses Abenteuer Verwaltungsrat bei Nexplore.